SO2 und Reduktone

Bestimmung von SO2 und Reduktonen in Wein

Der Wein wird seit jeher mit Schwefeldioxid (SO2) bzw. Salzen der schwefligen Säure vor einem mikrobiellen Befall geschützt. Wurde von den Römern dieses Gas durch Verbrennen von Schwefel erzeugt, so kann heute die Dosage sehr genau und bequem durch Zugabe von Natriumpyrosulfit (Na2S2O5) erfolgen.

Im Wein liegt die schweflige Säure in freier und an Weininhaltsstoffen gebundener Form vor. So können die Aldehyde (Acetaldehyd), Ketosäuren (Benztraubensäure, Ketoglutarsäure) sowie die Zucker erhebliche Mengen SO2 binden. Beide Formen befinden sich in einem konzentrations- und temperaturabhängigen Gleichgewicht. Aus diesem Grunde schreibt der Gesetzgeber die Bestimmung der beiden Formen zwingend vor. Die zulässigen Höchstmengen sind in vielen Ländern unterschiedlich.

Der SunChrom TITROLYZER II wurde für die vollautomatische Bestimmung des freien und gebundenen SO2 entwickelt. Die dabei eingesetzten Chemikalien entsprechen der gebräuchlichen Methode nach der direkten jodometrischen Titration.

Systemlösung – Die Stärken der TITROLYZER II-Anlage

Die TITROLYZER II-Anlage besteht aus einem Probenwechsler und einer Titrationseinheit mit den entsprechenden Dosiereinheiten für 25%ige Schwefelsäure und 2 N-Natronlauge. Für CO2-haltige Weine bzw. Sekt ist eine Belüftung vor der Titration als Option erhältlich.

Der Titrationsablauf ist stets auf das Messgut optimiert. So können Weiß- und Rotweine unterschiedlich titriert werden. Die Endpunktsbestimmung erfolgt amperometrisch, so dass keine Störungen durch die Weinfarbstoffe sowie subjektive Endpunktsermittlung auftreten. Die Bestimmung der Reduktone erfolgt nach einer automatischen Propionaldehyd- oder Glyoxalzugabe.

Abbildung 1: Komplette Titrolyzer II-Anlage mit Steuercomputer und Probengeber

Als Option werden die TITROLYZER II-Anlagen kombiniert mit einer freien Säurebestimmung geliefert. So können mit der gleichen Anlage wahlweise die freien Säuren als Weinsäure oder Schwefel (SO2) bestimmt werden.

Die Bestimmung wird durch ein speziell für diesen Zweck entwickeltes Computerprogramm vollautomatisiert. Die Messung selbst wird interaktiv am Bildschirm visualisiert. Der Anwender kann den Messablauf zeitgleich verfolgen. Die Werte werden als Balkendiagramme dargestellt. Dadurch kann der Anwender unerwartete Ergebnisse sofort erkennen. Die Software ist so flexibel, dass der Benutzer zukünftige Titrationsanalysen selbst automatisieren kann.

Die Ergebnisse sowie Titrationskurven werden nach Analysenende ausgedruckt und/oder permanent nach GLP gespeichert (Abbildung 2):

Abbildung 2: Suntitro II Software zur Steuerung und Datenaufnahme  

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN

AllgemeinSteuerungs- und Datenerfassungssoftware
Allgemein  
Probenvorlage 20 ml (andere Mengen möglich)
Volumen der Titrationsgefäße 50 ml (Typ 21 117 17 05 von Schott)
Maximale Anzahl der Proben pro Durchgang 15
Steuerungs- und Datenerfassungssoftware  
Monitordarstellung Ablauftabelle; Visualisierung des Analysenablaufs; Balkendiagramm; große Ergebnisanzeige
Speicherung / Übergabe der Ergebnisse Gemäß der GLP; Übergabe der Ergebnisse an Labordatensoftware GLIMS der Firma Göttert

TITRATION

SO2 / Reduktone-BestimmungGesamt-Säure-Bestimmung (Angabe als Weinsäure)
SO2 / Reduktone-Bestimmung  
Maximale SO2-Konzentration bei 20 ml Vorlage ca. 500 mg
Benötigte Chemikalien 25%ige Schwefelsäure; 2 N Natronlauge 2% Propionaldehyd- oder 4% Glyoxallösung; 1/64 oder 1/128 N Jodid- Jodadlösung
Ausgabe der Ergebnisse (SO2) frei; (SO2) gebunden; (SO2) total
Reproduzierbarkeit Weißwein: < ± 3; Rotwein: < ± 5 mg/l
Titrationsmodus / Endpunktbestimmung mehrstufig linear; amperometrisch
Elektrode wartungsfreie Doppelplatin-Elektrode
Elektrolytfüllung keine; elektrolytfrei
Titrationsgeschwindigkeit mehrfach einstellbar; typisch: ca. 150 mg/min bei Weißwein und ca. 180 mg/min bei Rotwein
Gesamt-Säure-Bestimmung (Angabe als Weinsäure)  
Benötigte Chemikalien 1/3 N Natronlauge
Ausgabe der Ergebnisse [g / l] Weinsäure mit einer Dezimale
CO2-Entfernung (Option) automatisch durch eingebauten Druckluftkompressor
Reproduzierbarkeit < ± 0,1 g/l
Titrationsmodus / Endpunktbestimmung Linear oder dynamisch; exponentiell
Elektrode spezielle pH-Elektrode mit Platindiaphragma; besonders pflegeleicht